Muskelaufbau mit Wachstumshormonen

Beim Sport zielen die meisten Menschen auf die körperliche Fitness ab. Durch ausgiebige körperliche Aktivität wird der Kreislauf angeregt und der Stoffwechsel gesteigert. Dies führt oft zu einer Gewichtsreduktion und zu einer Verbesserung der Ausdauer durch Erhöhung des Atemvolumens und Stärkung des Herzmuskels.

Da jedoch der Herzmuskel nur einer von vielen Muskeln ist und Sie seine Fitness zwar spüren, jedoch nicht sehen oder zeigen können, kann das Augenmerk auch von ihm abweichen. In einem solchen Fall liegt bei Ihnen das Augenmerk auf den sichtbaren Muskelgruppen.

Wenn Sie auf das reine Aussehen Ihrer Muskulatur viel Wert legen, unterscheiden sich hierbei die Trainingsmethoden und ihre Wirkungsweise auf die Muskulatur erheblich von einander!

Die größten Unterschiede bestehen zwischen Ausdauer und Kraft.

Zunächst sollten Sie besonderen Wert auf Ausdauer legen, da hier ein Großteil der Funktion eines Muskels liegt. Reine Kraft nützt Ihnen wenig, wenn Sie nicht in der Lage sind, diese wenigstens eine kurze Zeit lang aufrecht zu erhalten.

Der grundlegene Unterschied besteht bereits in der Art der Muskelfaser. Hierbei wird zwischen roten und weißen Muskelfasern unterschieden.

Rote Muskelfasern

– arbeiten langsam (Slow Twitch- / ST-Fasern, Typ1-Fasern)

– nur 10 – 20 Nervenimpulse pro Sekunde können verarbeitet werden

– die Muskelzelle bleibt länger kontrahiert (arbeitet länger bis zur Entspannung)

hoher Myoglobin Anteil

– rote / dunkle Farbe wird durch Myoglobin verursacht

– viel Myoglobin ist für den Sauerstofftransport in der Zelle notwendig

– starke Durchblutung mit vielen Kapillaren

– Energie wird durch aeroben (sauerstoffgekoppelten) Stoffwechsel bereit gestellt

– die Energiereserven im Muskel halten länger

Die roten Muskelfasern sind diejenigen, die für Ausdauer sorgen. Sie arbeiten langsam, können jedoch ihre Leistung über einen längeren Zeitraum unverändert aufrecht erhalten. Die sehr gute Sauerstoffversorgung vermeidet anaeroben Stoffwechsel und der aerobe Stoffwechsel(http://www.lauftipps.ch/laufernaehrung/energiestoffwechsel/aerobe-energiegewinnung/) führt zu einer 16 mal so hohen Energieausbeute. Der gute Sauerstofftransport innerhalb der Zelle ist jedoch von einem möglichst kurzen Transportweg abhängig. Deshalb ist das Volumen gering und ein Muskel, der hauptsächlich aus roten Muskelfasern besteht ist im Durchmesser klein!

Weiße Muskelfasern

– arbeiten schnell (Fast Twitch- / FT-Fasern, es gibt mindestens 2 Typen)

40 Nervenimpulse pro Sekunde können verarbeitet werden

– wenig Myoglobin

– helle Färbung

– schwache Durchblutung

– Energie wird kurzfristig aerob gewonnen, nach kurzer Zeit starker Belastung jedoch anaerob

– Milchsäure (Laktat) wird produziert und führt zu schneller Ermüdung des Muskels

– die ungünstige Energiebilanz lässt die Reserven im Muskel schnell erschöpfen

Die weißen Muskelfasern sind diejenigen, die für eine hohe Kraft verantwortlich sind. Um diese Kraft aufbringen zu können, werden viel mehr Proteine in den Zellen eingelagert. Dadurch wächst die Zelle im Durchmesser (die Länge bleibt immer gleich!) und es entsteht ein voluminöser Muskel. Der Nachteil ist jedoch, dass dieser Muskel seine Maximalkraft nur kurzfristig aufbringen kann und bald ermüdet.

Unterschied der Trainingsmethoden

Das Muskeltraining unterscheidet sich entsprechend den Anforderungen an den Muskel bzw. entsprechend der gewünschten Sorte von Muskelfasern erheblich. Das Training von roten Muskelfasern verlangt häufige Widerholungen einer Übung bei lediglich 30 bis 50 % der aktuell maximalen Kraft, welche der Muskel aufbringen kann.

Das Muskel-Aufbau-Training im eigentlichen Sinne zielt jedoch auf die Volumenzunahme und somit auf die Bildung weißer Muskelzellen ab. Hier wird der Muskel bei den einzelnen Übungen mit bis zu 90% seiner maximalen Kraft belastet. Entsprechend der enormen Belastung sind nur rund 10 Widerholungen möglich bzw. sinnvoll. Auch die Pausen zwischen den einzelnen Trainingseinheiten müssen wesentlich länger sein. Anfangs sind 2 Ruhetage notwendig, bei fortgeschrittenem Training genügt auch nur 1 Ruhetag.

Diese Zeit benötigt der Körper um den Muskel nachhaltig zu verändern, sowie sich von minimalen Schäden wie kleinen Rissen und die Laktatbelastung zu erholen. In diesem Zeitraum kann auch ein effektives Zellwachstum erfolgen.

Da diese Prozedur jedoch entsprechend langwirig ist, kommt bei Ihnen möglicherweise der Wunsch auf um sie zu beschleunigen.

An dieser Stelle kommen nun Wachstumshormone ins Spiel.